Nato-Pipeline-Zugang sichert Alkagestas Kerosintransporte in Europa
The National berichtet, wie das auf Malta ansässige Handelshaus den Zugang zum Central European Pipeline System aus der Zeit des Kalten Krieges nutzte, um Fluggesellschaften nach dem Einbruch der Kerosinexporte aus der Golfregion direkt zu beliefern.
Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt. English

Die Versorgung mit Flugkraftstoff in Europa war in diesem Jahr einer der am genauesten beobachteten Bereiche des Barrelmarktes, und ein Pipelinenetz aus der Zeit des Kalten Krieges hat sich zu einem seiner stillen Stabilisatoren entwickelt. In einem Interview mit The National legte das auf Malta ansässige Rohstoffhandelshaus Alkagesta dar, wie der Zugang zum Central European Pipeline System (Ceps) der Nato es dem Unternehmen ermöglicht hat, vom Frachthandel zur direkten Kerosinbelieferung von Fluggesellschaften überzugehen – und das zu einem Zeitpunkt, als Barrel aus der Golfregion weitgehend nicht verfügbar waren.
Dem Bericht zufolge wurde das Unternehmen erst wenige Tage vor Beginn des Iran-Konflikts zum Pipelinesystem zugelassen. Das in den 1950er Jahren zur Versorgung der Nato-Streitkräfte errichtete, rund 5.000 km lange Netzwerk verbindet Raffinerien, Depots, Häfen sowie Flugplätze und transportiert heute überwiegend Kerosin zu militärischen und kommerziellen Drehkreuzen. Seine zahlreichen Ein- und Einspeisepunkte machen es für Händler besonders wertvoll: In Nordwesteuropa gekaufte Barrel können ins Landesinnere transportiert werden, ohne auf Binnenschiffe oder Lkw-Transporte an den Küsten angewiesen zu sein. Dieser Pipeline-Zugang ergänzt die breitere Lagerinfrastruktur des Unternehmens in ganz Europa und Asien.
Vom Versorgungsschock zur Versorgerrolle
Nach der Schließung der Straße von Hormus brachen die Kerosinexporte aus der Golfregion im März um rund 80 Prozent ein – Teil einer umfassenderen Störung, die dem Weltmarkt mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag entzog. Das Trading Desk von Alkagesta hatte die Konsequenzen für Mitteldestillate bereits in seinen Marktkommentaren analysiert, einschließlich der Einschätzung der Hormus-Blockade und einer früheren Notiz zu den Ausmaßen der Versorgungsunterbrechung.
„In dieser Krise ist es uns gelungen, Risiken in Chancen zu verwandeln“, erklärte Asad Huseynov, Managing Director of Investments and Assets des Unternehmens, gegenüber The National am Rande der S&P Global Energy Middle East Petroleum and Gas Conference in London. Er berichtete von einer Fluggesellschaft, die an das Unternehmen herangetreten sei, nachdem deren bisheriger Lieferant Kerosinengpässe gemeldet hatte: „Es ist uns gelungen, Treibstoff in der von ihr benötigten Menge zu beschaffen.“
Laut Huseynov hält das Unternehmen nun Verträge mit zwei Ferienfluggesellschaften, die er nicht namentlich nennen wollte. Der Treibstoff wird von Raffinerielieferanten in Nordwesteuropa bezogen – darunter Exxon, Vitol und Petroineos, Handelspartner, mit denen das Unternehmen nach eigenen Angaben seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Anschließend wird er über die Pipeline zu Kunden an den Flughäfen in Brüssel, Frankfurt und an weiteren Standorten in Deutschland transportiert, wo Tanklager an den Flughäfen den Kraftstoff vor dem Betanken der Flugzeuge zwischenlagern.
Ein langwieriges Zulassungsverfahren
Der Zugang war nicht einfach zu erhalten. Huseynov beschrieb ein langwieriges Bewerbungsverfahren, das einen detaillierten Geschäftsplan erforderte, wobei jedes Jahr nur eine begrenzte Anzahl neuer Kunden zugelassen wird. „Man muss erklären, warum man X Tonnen über diese Einspeisung, aber weniger über eine andere transportieren will und warum man diesen speziellen Flughafen ansteuern möchte“, sagte er. Dies erfordere ein Niveau an operativer Planung, das auf derselben Logistikdisziplin und denselben Risikokontrollen beruht, die das Unternehmen auch in anderen Geschäftsbereichen anwendet, sowie auf den Kreditlinien, die kurzfristige Frachtkäufe ermöglichen.
Der Schritt markiert zugleich einen Wandel im Geschäftsmodell. Zuvor als Frachthändler tätig, der Produkte zwischen Gegenparteien bewegte, anstatt Endmärkte zu beliefern, hat Alkagesta seine Aktivitäten im Jahr 2026 ausgeweitet: eine erste Rohöltransaktion, zusätzliche Lagerkapazitäten für Biokraftstoffe in Antwerpen und gesteigerte Kerosinvolumina, wie im Ergebnisbericht für das erste Halbjahr und der darauffolgenden Medienberichterstattung dargelegt. Auch die Teilnahme am IATA Aviation Energy Forum in diesem Jahr unterstrich diese Ausrichtung.
Volumina und Ausblick
Alkagesta rechnet in diesem Jahr mit dem Handel von 100.000 Tonnen Kerosin und geht davon aus, dass der europäische Markt stabil bleibt, auch wenn sich der Kontinent schrittweise erneuerbaren Alternativen zuwendet – ein Bereich, den das Unternehmen mit seinen Aktivitäten im Bereich kohlenstoffarmer Kraftstoffe abdeckt. „Was die jährlichen Kerosinverkäufe betrifft, planen wir eine Vervielfachung“, so Huseynov. „Ich denke daher, dass der Eintritt in diesen Markt eine sehr gute Entscheidung für uns war.“
Die allgemeine Lage in Europa hat sich seit dem Frühjahr entspannt. Höhere regionale Raffinerielaufzeiten, Lagerabbaue und Importe aus den USA und Nigeria haben einen Großteil der ausgefallenen Lieferungen aus dem Nahen Osten kompensiert – eine Neuausrichtung, die im Einklang mit den Trends bei Gasöl und Destillaten steht, die das Unternehmen über den Sommer hinweg beobachtet hat. Air France-KLM erklärte, die eigene Kerosinversorgung für den Sommer sei gesichert, Lufthansa meldete keinerlei Anzeichen für Versorgungsrisiken an ihren sechs europäischen Drehkreuzen, der Chef von Ryanair sieht die Versorgung bis September gewährleistet, und Jet2 erwartet keine Beeinträchtigungen im Sommerflugplan.
Für Händler ist diese Phase eine Bestätigung dafür, dass in einem angespannten Markt der ausschlaggebende Vorteil selten allein im Preis liegt. Entscheidend ist der Zugang – zu Pipelines, zu Tankanlagen, zu Gegenparteien – sowie die operative Governance, die für deren Nutzung erforderlich ist. Weitere Informationen zu den Handelsaktivitäten des Unternehmens finden Sie bei Alkagesta.
Quelle & Quellenangabe
Basierend auf Berichten von The National, published 5 Jun 2026, 00:00 UTC.
Original headline: “How a Cold War relic allowed newcomer to jet fuel market to keep planes flying”.
Reported by Tariq Tahir for The National. Quotes and figures are attributed to that report.
This summary was drafted with editorial automation from the cited source and checked against it before publication. See our AI & content policy.
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Über den Autor
Helena Marsh
Markets Editor
Helena Marsh covers physical commodity flows, refining economics and trade finance for Base Oil Trading. She has reported on energy markets for more than a decade.
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