Energy

Alkagesta skizziert Biokraftstoff-Beschaffungsstrategie via Alkagesta Way

Ein neuer Biokraftstoff-Desk in Genf verknüpft die Beschaffung von Altspeiseöl, Zertifizierung und Lagerung in Antwerpen zu mehrjährigen Abnahmeverträgen, berichtet der Trading-Leiter in der Videoserie des Unternehmens.

Von AI Newsdesk, Automated Desk6 Min. Lesezeit

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt. English

Biofuel storage tanks and used cooking oil feedstock drums at a European port terminal at sunset
Storage capacity in Antwerp gives the biofuels desk control over quality and dispatch timing.Credit: Base Oil Trade illustrationIllustrative image, generated for this article.

Alkagesta hat die neueste Ausgabe seiner Videoserie „Alkagesta Way“ veröffentlicht – diesmal mit Anthony Guida, Leiter des Biokraftstoff-Trading-Desks im Genfer Büro des Handelshauses mit Hauptsitz auf Malta. Das Gespräch begleitet einen neu eingerichteten Desk von der Marktthese bis zu unterzeichneten Abnahmeverträgen und zeigt auf, was den Betrieb zusammenhält, sobald die Formalitäten erledigt sind.

Ein neuer Desk in einem wachsenden Markt

Biokraftstoffe liegen an der Schnittstelle der Nachfrage aus Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr – und der Bedarf in allen drei Bereichen steigt, da sich ESG-Verpflichtungen zunehmend zu verbindlichen Beschaffungsvorgaben verfestigen. Regionale Unterbrechungen entlang der Schifffahrtskorridore im Nahen Osten haben für zusätzliche Dynamik gesorgt: Da die Preise für fossile Kraftstoffe unter Druck stehen, haben sich die Aufschläge für Biokraftstoffe verringert, was den Umstieg ebenso zu einer Kosten- wie zu einer Compliance-Entscheidung macht. Diese Einschätzung deckt sich mit den Arbeiten zu geopolitischen Risiken und Logistik, die das Unternehmen zusammen mit seiner Analyse der Lieferunterbrechungen in der Straße von Hormus veröffentlicht hat.

Altspeiseöl steht im Mittelpunkt dieses Wandels. Als einer der gängigsten Rohstoffe für die Biodieselproduktion ist es zugleich eines der anschaulichsten funktionierenden Beispiele für eine Kreislaufwirtschaft: ein Produkt, das importiert, verbraucht und anschließend neu verwertet wird. Guida erklärte, dass der Einstieg in Biokraftstoffe bedeutete, bereits vor dem ersten Abschluss genau zu erfassen, welche Unternehmensbereiche ein neuer Rohstoff berührt. „Ein neuer Rohstoff bedeutet zu wissen, welche Unternehmensbereiche der Handel damit betrifft“, sagte er – Operations, Handelsfinanzierung, Rechtsabteilung und eine Kontrahentenbasis, die sich grundlegend von den Partnern unterscheidet, mit denen Alkagesta traditionell in seinem breiteren Handelsbuch agiert. Die Eintrittsbarrieren in Biokraftstoffmärkte sind je nach Größenordnung relativ gering, was bedeutet, dass die eigentliche Arbeit des Desks erst beginnt, nachdem ein Kontrahent identifiziert wurde – nicht davor.

Beschaffung als Beziehungsaufbau

Skalierung ist ein wiederkehrendes Thema. Viele Lieferanten sind kleinere Betreiber, die eher der Abfallsammlung oder dem unabhängigen Unternehmertum zuzurechnen sind als dem institutionellen Rohstoffhandel. Die Zusammenarbeit mit ihnen erfordert eine andere Art der Beschaffung – weniger Transaktionsvolumen, mehr Standardisierung, faire Preisgestaltung und operative Unterstützung, die diesen Kontrahenten beim Wachstum hilft. Guida beschrieb den Nutzen als beidseitig: die Erschließung eines Rohstoffs, der die Agenda der Europäischen Union für nachhaltige Kraftstoffe voranbringt, bei gleichzeitiger Verbesserung von Effizienz und Abfallsammlung in den lokalen Märkten, in denen die kleineren Akteure tätig sind. Dieser Ansatz steht im Einklang mit dem erklärten Geschäftsmodell des Unternehmens und seinen Aktivitäten im physischen Handel insgesamt.

Jede Geschäftsbeziehung durchläuft denselben Filter, bevor kommerzielle Bedingungen verhandelt werden. KYC und Screening stehen unter dem Risikomanagement-Rahmenwerk des Desks ausnahmslos an erster Stelle. Die anschließende Bewertung erfolgt anhand von drei Kriterien: gemeinsames geschäftliches Interesse, die praktischen Abläufe in einer bestimmten Region sowie bei dem jeweiligen Rohstoff und die Frage, ob der Kontrahent eine längerfristige Perspektive über ein Einzelgeschäft hinaus anstrebt. Ein fünfjähriger Abnahmevertrag, so Guida, sei niemals das Ergebnis eines ersten Geschäfts. Er spiegelt eine Phase der Zusammenarbeit, Prüfungen vor Ort und – in seinen Worten – „gegenseitiges Vertrauen wider, das sowohl Alkagesta in die Kontrahenten setzt als auch der Kontrahent in Alkagesta“. Diese wiederkehrenden Mengen fließen nun in die Produktion von Kraftstoffen für die Luftfahrt, den Transportsektor und Marinetreibstoffe in der gesamten europäischen Biokraftstofflandschaft ein.

Infrastruktur liefert dem Desk die Werkzeuge; Beziehungen verleihen ihnen Bedeutung

Der Handel über mehrere Nachhaltigkeitsregime hinweg – darunter ISCC-, CORSIA- und NABISY-verbundene Systeme – erforderte Zertifizierungen und einen festen Plan wiederkehrender Audits, bevor auch nur eine einzige Ladung unter konformen Bedingungen transportiert werden konnte. Lagerkapazitäten in Antwerpen bauten dies weiter aus: Die in diesem Jahr unterzeichnete mehrjährige Vereinbarung zur Biokraftstofflagerung verschaffte dem Desk Kontrolle über Qualität, Abfertigungszeitpunkte und die Belieferung von Endverbrauchern in europäischen und angrenzenden Märkten und ergänzte damit die globalen Lageraktivitäten. Der Zugang zur Pipeline-Infrastruktur für NATO-bezogene Flugkraftstofflieferungen, gemischt mit nachhaltigem Flugkraftstoff, folgte derselben Logik – erst nach strenger Prüfung gewährt und intern eher als Bestätigung von Zuverlässigkeit denn als reiner Logistikerfolg gewertet. Dieser Schwerpunkt auf der Luftfahrt setzte sich Anfang des Jahres auf dem IATA Aviation Energy Forum fort.

Der Warentransport erfolgt in enger Abstimmung mit dem Bereich Schifffahrt und Logistik und der Schifffahrtsabteilung auf Malta. Nichts davon ersetzt jedoch die grundlegende Basisarbeit. Guida sprach offen darüber, wo menschliches Urteilsvermögen weiterhin eine Rolle spielt: „Was wirklich zählt, ist auch Bauchgefühl, der persönliche Eindruck“ – einzuschätzen, ob ein Kontrahent ehrlich kommuniziert und auch bei schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich liefert; ein Faktor, den keine Compliance-Checkliste vollständig abbilden kann. Regelmäßige Reisen und persönliche Treffen vor Ort bleiben das Mittel, um dieses Urteil zu überprüfen.

Das erste Jahr und der Ausblick

Innerhalb seines ersten Jahres hat der Biokraftstoff-Desk einen mehrjährigen Lagervertrag abgeschlossen, mehrere Abnahmeverträge für Altspeiseöl in verschiedenen Ländern besiegelt und Frachten per Schiff und Lkw zwischen Europa, Afrika und Asien bewegt. Mit Blick auf 2026 verlagert sich der Fokus auf die Erweiterung der Produktpalette bei gleichzeitiger Beibehaltung der Abwicklungs- und Risikostandards, die das erste Jahr der Handelsbeziehungen geprägt haben – eine Entwicklung im Einklang mit dem Leistungsbericht für das erste Halbjahr 2026, dem Geschäftsbericht 2025 und der Führungs- und Governance-Struktur, die den Desk beaufsichtigt.

Das vollständige Interview ist in Alkagestas Marktanalysen- und Mediathek veröffentlicht; das Video kann hier angesehen werden.

Quelle & Quellenangabe

Basierend auf Berichten von Alkagesta.

Original headline: “The Alkagesta Way: biofuels origination with Anthony Guida”.

Originalquelle lesen

Based on Alkagesta's 'Alkagesta Way' video interview with Anthony Guida, biofuels trading desk lead, Alkagesta Geneva.

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